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WORT UND SCHRIFT | TECHNIK UND ARBEIT GRUNDRISS | KLOSTERGARTEN | BRAUGARTEN Die Heilkunst und die Skelette Ein jeder Zisterziensermönch musste sich vier Mal jährlich zum Aderlass begeben. Ein heilkundiger "Bader" verwendete hierzu das Aderlass-Messer, so genannte "Flieten".
Das Spital von Øm Kloster versorgte im Spätmittelalter die Bevölkerung des umliegenden Seenhochlandes und darüber hinaus mit ärztlicher Heilkunst im weitesten Sinne. Davon zeugt eine Reihe von Funden. Den Mönchen war das Vergießen von Blut untersagt und daher lag die Chirugie ausserhalb ihres Arbeitsfeldes. So traf der Schuss von einer Armbrust ein fünfjähriges Kind am Unterkiefer und führte zum Tode. Eine schwere Becken-Läsion infolge Lanzenstich dagegen konnte geheilt werden. Bei beiden Eingriffen handelt es sich offensichtlich um Notfalloperationen. Einige Areale des Øm Kloster Krankenhauses wurden im Zeitraum 1994 bis 1996 ausgegraben, und die Ruinen weisen auf ein ganz besonders umfangreiches Spital hin. Im 15. Jahrhundert verfügte das Kloster zudem über einen Apotheker, der den Patienten die zeitgemäße Medizin verschrieb. In der Ausstellung sieht man einige der Instrumente, die zur Heilbehandlung angewandt wurden. Das Krankenhaus war seiner Zeit nicht nur Behandlungsort für Akutfälle, sondern nahm sich auch der Altersschwachen, der Pilger und anderer Hilfsbedürftiger an - eine Art Pflegeheim des Mittelalters.
Vermutlich verfügten alle Klöster über einen Kräutergarten. Viele der Pflanzen stammen ursprünglich aus südlicheren Gefilden und sind von den Mönchen eingeführt worden. Die Mönche von Øm pflegten ein breites Sortiment von Heilkräutern - davon viele mit nachweißbar medizinischer Wirkung. Die Kräuter wurden sowohl zur Heilkunst als auch zum Kochen verwendet. Inmitten der Klosterruinen wachsen manchenorts noch Überbleibsel der ursprünglichen Kräuterkulturen.
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